Spendenaktion des Monats: „Sleep out“ Berlin 2017

  • 04. Oktober 2017

Obdachlos – das ist man, wenn man sein Leben auf der Straße, öffentlichen Plätzen oder unter Brücken verbringt. Doch was bedeutet das genau?

Dies wollte der Mob e.V. mit der Übernachtungsaktion „sleep out“ deutlich machen. Ziel war es das Bewusstsein für das Leben auf der Straße zu wecken und damit einen Spendenaufruf starten.

Obdachlose fallen ohne gemeinnützige Vereine durchs Raster

Der Mangel an sozialem Wohnungsbau in Berlin wird immer größer. Doch dies ist nicht nur problematisch für viele Menschen mit geringerem Einkommen. Auch die Anzahl der Obdachlosen steigt konstant an. Allein in Berlin gibt es 6.000 Menschen ohne Dach über dem Kopf. Um Ihnen zu helfen, stellt der Mob e.V. eine ganzjährig geöffnete Notunterkunft zu Verfügung.

Mob e.V. engagiert sich seit 1994 für diese Thematik und bietet Familien, Paaren, Männern und Frauen kostenfrei ein Zimmer samt Beratung zur Jobvermittlung und Wohnungssuche über soziale Medien als auch Presse. Außerdem verfügt der Verein neben der Unterkunft über ein Sozialkaufhaus, ein Cafe für den Tagesaufenthalt, sowie eine eigene Zeitung –den „Straßenfeger“. 2016 gewannn der Verein den sozialen Menschenrechtspreis.

Leider gibt es für dieses Angebot eine zu hohe Nachfrage, sodass sich ein Rückstau auf der Straße bildet und so der hauptsächlich durch Spenden finanzierte Verein keine Mittel mehr hat die Vielzahl an Hilfesuchenden allein zu meistern.

Prominenz hilft Übernachtungsevent zu realisieren

Um auf diese Situation aufmerksam zu machen, hat sich Mob e.V. die Aktion “„sleep out“ einfallen lassen. Mit dem Motto „help out – sleep out“ riefen dazu auf, gemeinsam eine Nacht auf der Straße zu schlafen und so Obdachlosen eine Stimme zu geben.

Mob ev in Berlin

Um Aufmerksamkeit auf die Aktion zu erregen, schaltete der Verein zum einen auf zahlreichen Plattformen Werbung und nutzte die Pressearbeit für mehr Reichweite. Zum anderen nutzen die Mitglieder des Mob e.V. die Reichweite von sozialen Medien und Influencern aus Politik und Kultur.

Mit dem Slogan „2500m², 0,00€ kalt“ gestalteten sie eigens eine Landingpage, der auf die Lebenssituation von Obdachlosen anspielt. Zudem wurde eine Website eingerichtet (siehe: www.sleepout.berlin), ein YouTube-Video hochgeladen und Anzeigen in der eigen Straßenzeitung gestartet. Dies zeigte Wirkung.In mehreren überregionalen Zeitungen sorgte die Aktion für Schlagzeilen – der Tagesspiegel, die B.Z. und ähnliche berichten darüber.

Auch Facebook wurde regen genutzt. Influencer aus Politik und Kultur nutzten Ihre Reichweite für die Aktion. Mit dabei waren unter anderem der ehemalige Fraktionsvorsitzende der Links-Partei Gregor Gysi, Lars Düsterhöft und Tino Schopf (SPD), Maik Penn (CDU) sowie Schauspielerin Annika Ernst und Burlesque- Star Sheila Wolf.

Personen des öffentlichen Lebens können großen Einfluss auf den Bekanntheitsgrad von Events ausüben. Und so halfen die eben genannten Persönlichkeiten und noch viele mehr mit Posts und Tweets die Idee des „sleep out 2017“ an die breite Masse zu bringen. Gleichzeitig haben einige die Reichweite mit einer besonderen Aktion genutzt: Für „Gefällt Mir“ und „Teilen“ wurden 50 Cent bzw. 1 Euro gespendet.

düsterhöft für mob ev

Der Tag der Entscheidung

Mitte September war es nun soweit: Auf der Tagesordnung stand neben meet & greet und einer offenen Bühne auch eine Diskussionsrunde wichtiger Politiker in und um Berlin an mit u.a. Dr. Gregor Gysi, Mitglied (Linke), Cansel Kiziltepe (SPD) Canan Bayram (Bündnis 90/Die Grüne). Abgerundet wurde das Ganze mit einem Wake-up Frühstück und anschließendem gegenseitigen Erfahrungsaustausch.

Und es war erfolgreich. Insgesamt wurden bei der Aktion mit mehr als 100 Übernachtungsgästen über 10.000 Euro online und offline an Spendengeldern eingenommen! Diese Summe wird der Mob e.V. nun investieren, um die Unterstützung von Obdachlosen bestmöglich zu gewährleisten.

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