Spenden von unterwegs mit Fundraising Apps

Mit ein paar wenigen Klicks morgens auf dem Weg zur Arbeit schon etwas Gutes tun? Oder Geld an eine Organisation Spenden, ohne auch nur einen Cent in die Hand zu nehmen? Das alles funktioniert mit Fundraising Apps.

Sowohl für SpenderInnen als auch für Organisationen werden solche Apps immer interessanter, weil damit schnell, einfach und vor allem überall gespendet werden kann.

Fünf dieser Fundraising Apps stellen wir Ihnen im folgenden Beitrag vor und zeigen Ihnen dabei die Vor- aber auch die Nachteile, die sich hinter diesen Apps verstecken.

Share The Meal

Das United Nations World Food Programme entwickelte die App “Share The Meal”. In dieser App können NutzerInnen ihre eigene Mahlzeit durch eine kleine Spende mit einem hungernden Kind teilen. Die Zahlungsdaten müssen nur bei der ersten Spende angegeben werden, danach funktioniert das Teilen der Mahlzeit wirklich nur mit einem Klick. Die App verspricht den NutzerInnen, dass schon eine Spende von nur 2,80€ ein hungerndes Kind für eine Woche ernähren kann.

Schon über 9 Millionen Mahlzeiten wurden bisher über „Share The Meal“ geteilt. Bei den NutzerInnen kommt die App vor allem so gut an, weil sie schon mit einem minimalen Betrag pro Tag so viel erreichen können.

Charity Miles und Moving Twice

Charity Miles ist eine Lauf-Tracking-App, bei der für jede gelaufene Meile (die App stammt aus Amerika) 25ct für einen guten Zweck gespendet werden. Wenn man einen Lauf starten möchte, sucht man sich zu Beginn des Laufs eine Organisation aus, der man seinen Lauf widmen möchte. Wenn man fertig gelaufen ist, muss man den Lauf nur beenden und bekommt angezeigt, wie viel Geld insgesamt in der Charity Miles App für die ausgesuchte Organisation gesammelt wurde.

Die deutsche Adaption von Charity Miles ist die App „Moving Twice“. Hier werden pro gelaufenen Kilometer 10ct von Sponsoren, wie Comdirect und Bahlsen, gespendet. Zur Auswahl stehen hier für die LäuferInnen allerdings nur drei verschiedene Projekte.

Das besondere an den Lauf-Tracking-Apps: Die UnterstützerInnen müssen selbst kein Geld in die Hand nehmen, um zu spenden und können die App ohne zusätzlichen Zeitaufwand in ihre Laufroutine integrieren.

Nightmare: Malaria

Das Spiel „Nightmare: Malaria“ wurde von Psyop Games, zusammen mit der Against Malaria Foundation, entwickelt. Die SpielerInnen befinden sich in dem Spiel im Blutkreislauf des jungen Mädchens Anna. Über 18 Level hinweg hilft man ihr vor einer mit Malaria infizierten Mücke zu fliehen.

Das Downloaden der App ist kostenlos, aber die SpielerInnen werden zwischen den verschiedenen Leveln dazu aufgefordert für 3$ ein Netz zu Spenden, mit dem man Kinder wie Anna vor einer Übertragung der Krankheit schützen kann

Die App stößt bei den UserInnen sowohl auf Kritik als auch auf Lob: Dem einen ist die Steuerung des Spiels nicht genau genug, die andere findet es sehr gut so, weil es dadurch realistischer wirkt, der einen ist das Design zu makaber, ein anderer das Design so sehr ansprechend. Aber eins erreicht die App bei allen SpielerInnen: Sie schafft ein größeres Bewusstsein für die Krankheit Malaria.

Snap Donate

Die App „Snap Donate“ steht unter dem Motto „Giving on the go“ (unterwegs geben). Das Prinzip der App ist einfach: Die UserInnen fotografieren einfach in der App das Logo der Organisation für die sie spenden möchten und wenn Snap Donate das Logo erkennt, können sie in der App die Höhe der Spende festlegen und den Betrag direkt an die Organisation spenden. Mehr als 13.000 Organisationen kann die App schon über einen Schnappschuss des Logos erkenne. Das Ganze funktioniert auch offline, die Spende wird dann in einer „ToDo“-Liste so lange gespeichert, bis wieder Internetzugang hergestellt werden kann, dann wird sie versendet.

Die App der SnapDonate Foundation wurde in England entwickelt. Man kann die App zwar weltweit benutzten, die Spenden gehen bisher aber nur an Organisationen aus dem vereinigten Königreich.

Smoost

In der App Smoost kann man Gutes tun, indem man sich Werbeprospekte von verschiedenen Unternehmen ansieht. Auch hier entstehen für die NutzerInnen keinerlei Kosten – sie spenden nur durch das Ansehen der Werbung. Unter verschiedenen Projekten können die UnterstützerInnen eines auswählen, sich für einen Werbepartner entscheiden und sich dann durch den Prospekt klicken. Danach können so viele weitere Prospekte wie gewünscht – für die gleich oder eine andere Organisation – durch geblättert werden. Pro angesehenem Prospekt spenden die Werbepartner einen kleinen Betrag an die Organisationen.

Für die Organisationen ist die Anmeldung zu der App kostenfrei.

Bei den fünf Apps, die wir Ihnen oben vorgestellt haben, handelt es sich natürlich um Best-Cases in dieser Branche – nicht jede Fundraising App ist ein Selbstläufer und bringt einer Organisation spielend leicht Spenden ein. Manche können sich auch überhaupt nicht etablieren. Bevor also an die Entwicklung einer App gedacht werden kann, gibt es so einiges zu beachten:

Kosten

Um eine App zu entwickeln ist einiges an Know-How und Erfahrung erforderlich, das Organisationen in den seltensten Fällen selbst intern zur Verfügung haben. Deswegen müssen zur Entwicklung und Programmierung Agenturen engagiert werden – und so etwas kostet.

Die Kosten hängen natürlich stark von verschiedenen Faktoren, wie z.B. den Zielplattformen (Android, iOS oder beides?), der Komplexität der App und der Server-Anbindung ab.

Auf der Webseite https://www.waskosteteineapp.com/ kann man sich durch das Beantworten von ein paar kurzen, grundlegenden Fragen zur App-Erstellung ein groben Überblick über die daraus entstehenden Kosten verschaffen – die durchschnittlichen Kosten für die Erstellung liegen aber bei einfachen Apps schon bei mehr als 16.000 €, bei komplexeren Apps sind es schon 79.000€.

Zeitaufwand

Wenn die App einmal steht und die UnterstützerInnen sie herunterladen können, heißt das nicht, dass Sie sich zurück lehnen und einfach nur noch Spenden kassieren können. Der Zeitaufwand für die App ist danach noch nicht vorbei!  Eine App muss immer wieder aktualisiert werden, Feedback von den NutzerInnen muss eingeholt und verarbeitet werden und Updates müssen beauftragt – und wieder bezahlt werden.

Wettbewerb

Auch wenn Ihre Idee gut ist: Sie sind mit Ihrer App nicht allein. Im Apple Appstore und im Android Playstore gibt es jeweils mehr als 2.000.000 Apps, die zum Download bereit stehen. Von dieser Fülle an Apps stuft Mobile-Marketing-Plattform Adjust 90 Prozent als „Zombies“ ein, d.h. sie wurde nie in einem der App-Rankings aufgelistet, werden deswegen kaum heruntergeladen und selten bis gar nicht genutzt. Um eine App als bekannt zu machen, ist gutes Marketing seitens der App-Entwickler notwendig. Und das bedeutet wiederum: Noch mehr Zeitaufwand und Kosten.

Lohnen sich die Kosten?

Bevor Sie sich nun also sofort auf die Entwicklung Ihrer eigenen App stürzen, müssen Sie sich überlegen, ob es sich wirklich lohnt. Haben Sie eine Idee, die so gut ist, dass die hohen Kosten, die mit der Entwicklung auf Sie zukommen, sehr sicher mit den einkommenden Spenden gedeckt werden können? Würde sich die Mehrheit Ihrer UnterstützerInnen überhaupt eine App von Ihnen herunterladen oder besteht dafür gar kein Bedarf?

Solange Sie diese Fragen nicht gut und sicher beantworten können, sollten Sie mit der Entwicklung einer eigenen Fundraising-App noch etwas warten.

Fazit

Mit einer kreativen innovativen Idee lohnt es sich für Organisationen sicherlich, sich einmal Gedanken über eine eigene App zu machen, denn die Zahl der Smartphone-NutzerInnen steigt kontinuierlich. Und wie erreicht man Smartphone-NutzerInnen am besten? Natürlich über Apps.

Trotzdem ist es wichtig dabei immer die Kosten und den Zeitaufwand immer im Hinterkopf zu behalten – sonst kann das ganze Vorhaben schnell nach hinten losgehen und anstatt Spenden für Ihre Organisation zu sammeln, machen Sie womöglich sogar sehr viel Verlust mit der App.

Eine Alternative zur eigenen Entwicklung stellen allerdings bereits etablierte Fundraising Apps dar, die mit einer Vielzahl von Organisationen zusammen arbeiten (wie z.B. bei Snap Donate oder Smoost). Hier ist das Risiko für die Organisationen deutlich geringer und sie können mit niedrigeren Kosten und weniger Aufwand in die Welt der Fundraising-Apps hinein schnuppern.

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