Snapchat & Fundraising: Mit leichten Inhalten auf ernste Themen aufmerksam machen

Besonders unter Teenagern und jungen Erwachsenen ist Snapchat mit seiner Kombination aus Messenger-Dienst und Social Media-Funktionen extrem beliebt. Auf spielerische Art und Weise verschmelzen durch die vielfältigen Augmented Reality-Linsen digitale Welt und Realität miteinander.

Die bunten Bilder, Videos und Filter eignen sich aber nicht nur zur puren Unterhaltung, sondern können auch effektiv für gute Zwecke im Fundraising eingesetzt werden. 

Best practice: Viva con Agua – „Snap for Water“

Wie gut das funktionieren kann, zeigt eine Snapchat-basierte Kampagne der deutschen Nonprofit-Organisation Viva con Agua, die sich für sauberes Trinkwasser in Krisengebieten einsetzt.

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Starke Botschaft: Viva con Agua macht mit kreativen Snapchat-Filtern und der Unterstützung vieler Prominente auf das Recht auf sauberes Trinkwasser aufmerksam

Im Rahmen der Aktion „Snap for Water“ können UserInnen durch einen eigens generierten Snap-Code Filter und AR-Linsen im Design der Organisation freischalten, welche mit der Aufschrift „Water is a human right“ versehen sind. Damit lassen sich dann Bilder und Videos kreativ gestalten und mit Freunden per Messenger oder in der Storyfunktion teilen.

Viva con Agua verfolgt damit das klare Ziel, der Welt zu zeigen, dass sauberes Wasser nicht überall eine Selbstverständlichkeit darstellt – ohne dabei den moralischen Zeigefinger zu erheben. Vielmehr geht es darum, einen Perspektivwechsel zu ermöglichen, wofür sich die AR-Technologie von Snapchat optimal eignet. Möglichkeiten, finanzielle Unterstützungen für das Projekt abzugeben sind zwar ebenfalls implementiert, stehen jedoch nicht primär im Fokus.

Auf diesem Weg generiert die Organisation Aufmerksamkeit für ein ernstes Thema durch verspielte, niedrigschwellige Elemente und schafft zudem die Gelegenheit für UnterstützerInnen, ihr Engagement in die digitale Welt hinauszutragen. Trotz der Flüchtigkeit der selbstlöschenden Nachrichten auf Snapchat bleibt somit ein nachhaltiger Eindruck bei den NutzerInnen zurück.

Unterstützung erhält Viva con Agua dabei auch von Snapchat selbst, in Form von kostenlosem Anzeigevolumen in den sogenannten „SnapAds“. Zudem engagieren sich zahlreiche prominente UnterstützerInnen aus Musik, Kunst, Sport und Unterhaltungsindustrie für das Projekt, indem sie die Filter selbst anwenden und mit ihren Fans und FollowerInnen teilen. Abgerundet wird das schlüssige Gesamtkonzept der Aktion noch durch ein großes
Abschlussevent, welches in Hamburg als Straßenfest stattfinden wird.

Voraussetzungen für erfolgreiches Fundraising auf Snapchat

Aus der äußerst erfolgreichen Kampagne der hanseatischen Hilfsorganisation können FundraiserInnen generell viel lernen. Für den erfolgreichen Einsatz von Snapchat für Nonprofit-Zwecke sollte man sich folgende Eckpunkte bei Viva con Agua abschauen:

  • kleines/mutiges Team, kreativer Ansatz
  • Einbindung in ganzheitliches Konzept(Kommunikation, Spenden, Events)
  • klare Botschaft, schlichte und deutliche Formulierung
  • Kooperation mit MeinungsführerInnen und Unternehmen (Snapchat)

Die Plattform eignet sich generell gut für Fundraising-Kampagnen, da das Interesse der  UserInnen auf lockere Art und Weise auf ein einzelnes Bild oder Thema gebündelt wird. Da die Aufmerksamkeitsspanne bei klassischer Bannerwerbung immer kürzer wird und vor allem jüngere Zielgruppen auf den herkömmlichen Wegen kaum noch erreichbar sind, bietet sich die Herangehensweise über Augmented Reality und persönlichem Engagement via Messenger besonders an.

Ideen und Ansätze für soziale Snapchat-Kampagnen Die Möglichkeiten für den Einsatz von Snapchat im Spendenmarketing sind kreativ und vielfältig und erfordern meist nicht einmal besonders großen Aufwand. So können Organisationen zum Beispiel ganz einfach mit Geofiltern ihre Reichweite erweitern.

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Geofilter ermöglichen kreatives, schnelles Spendenmarketing mit lokalem Bezug und an besonderen Orten

Diese Art von Filtern können schnell und leicht selbst entworfen und werblich für gewisse Orte oder Regionen freigeschaltet werden, an denen sie dann exklusiv für alle NutzerInnen verfügbar sind. Geofilter eignen sich somit ideal um Events visuell zu begleiten, lokalen Bezug zu einem Spendenthema herzustellen oder generell  Aufmerksamkeit an besonderen  Orten zu generieren. Ist eine Stadt zum Beispiel für einen sehr schönen Brunnen bekannt, könnte man an diesem mit einem eng begrenzten lokalen Filter auf das Thema „sauberes Trinkwasser“ aufmerksam machen. Ein weiterer Vorteil dieser Maßnahme ist zudem die kostengünstige Umsetzung: Das Entwerfen der Filter ist kostenlos, die Freischaltung mit weniger als 5€ für über 1500 qm Flächenabdeckung in einem Geofence immer noch sehr günstig.

Des Weiteren stellt Snapchat ein gutes Instrument dafür da, die öffentliche Wahrnehmung und die Stimme der eigenen Organisation weiterzuentwickeln. Das Zeigen von kurzen, authentischen Einblicken in das tägliche Arbeiten und Wirken im Fundraising stellt Authentizität her und fördert Interaktion mit den UnterstützerInnen aus der eigenen Community. Eine große Stärke des Multimedia-Dienstes ist dabei der oft humorvolle und kreative Einsatz der AR-Linsen, mit den sich leicht positive Emotionen im Bezug zu sozialen Organisationen herstellen lassen. Mit Hashtags und Stories können UserInnen zum Mitmachen animiert und auf unterhaltsame Weise mit wichtigen Informationen versorgt werden.

Ein gutes visuelles Storytelling ist dabei essentiell. Mit Snapchat lassen sich Fortschritte live und in Echtzeit dokumentieren und begreifbar machen. Dies stärkt den persönlichen Bezug zu Hilfsprojekten, sowohl bei extern bei den FollowerInnen, als auch intern im eigenen Team.  Die Möglichkeit echte Veränderungen auch wirklich zeigen zu können, anstatt nur davon zu erzählen, macht Snapchat zu einem wichtigen und wertvollen Werkzeug im Fundraising.

Trotz aller Emotionalität und Kreativität sollte ein analytischer Blickwinkel beim Einsatz von Snapchat-Kampagnen nicht vernachlässigt werden. Die Plattform liefert generell wenige Kennwerte zur Datenanalyse, diese sollten jedoch genau unter die Lupe genommen werden. Wie viele UserInnen haben sich die neue Story angesehen? Haben sie bis zum Ende zugesehen? Und wie viele Screenshots wurden an welcher Stelle gemacht? All diese
Informationen können bei der Planung und Optimierung weiterer Kampagnen von großem Nutzen sein und sollten unbedingt in einen Feedbackprozess implementiert werden.

Der effektive Einsatz von Snapchat im Fundraising ermöglicht es, die potentiellen WeltverändererInnen von morgen zu erreichen. Die junge und aufgeschlossene Zielgruppe lässt sich durchaus für soziale Themen begeistern. Um sie zu erreichen ist es wichtig als Organisation dort stattzufinden, wo sie sich in der digitalen Welt aufhalten. Eine spielerische und intuitive Auseinandersetzung mit Snapchat kann somit den Einstieg zur langfristigen Bindung motivierter und engagierter UnterstützerInnen darstellen.

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