Auf Instagram Spenden sammeln

Instagram, ein Portal auf dem Menschen alltägliche Fotos hochladen, wird mit knapp 8 Millionen NutzerInnen in Deutschland immer beliebter. Das lockt viele gemeinnützige Organisationen an, sich in den sozialen Medien breit aufzustellen und dadurch Spenden zu sammeln. Warum und insbesondere Wie das funktioniert, erklären wir in 8 Punkten.

1. Werbung für die Website

Instagram bietet keine direkten Möglichkeiten für Organisationen, auf dem Profil Spenden zu sammeln. Verwenden Sie deshalb möglichst immer eine Abbildung Ihres Logos auf Ihren Instagram Fotos. NutzerInnen, die zufällig auf Ihre Bilder stoßen, wissen sofort, welche Organisation hinter dem Bild steht.

Verknüpfen Sie auch Ihre Website in Ihrer Profilbeschreibung mithilfe von Links, so können sich Interessierte sofort auf Ihrer Seite informieren und spenden.

2. Hochwertige Bilder

Für einige NutzerInnen ist Ihr Profil der erste Eindruck von Ihrer Organisation, den sie haben. Qualitativ schlechte Bilder schrecken daher eher ab.

Um nicht viel Geld auszugeben und trotzdem gute Bilder schießen zu können, reicht schon eine aktuelle Handykamera und kostenlose Bildbearbeitungsprogramme wie GIMP .

Gepflegtes Auftreten sorgt für mehr Aufmerksamkeit und mehr Besucher auf Ihrem Account.

Hashtags“

Mit dem seit 2007 eingeführten “Hashtag“, eine Wortkombination aus dem Englischen für “hash“ (Doppelkreuz #)  und “tag“ (Stichwort), wurde die Kategorisierung und Schlagwortsuche für die sozialen Medien eingeführt.

 Konkret für NGO´s heißt das, dass Begriffe, die in den Sozialen Medien oft genutzt  werden, nun dafür verwendet werden, um auf die Organisation aufmerksam zu machen. Konkrete Beispiele dazu bei den Punkten 3 und 4:

3. Machen Sie SpenderInnen zu Foundraisern

Durch die große Anzahl an NGO´s ist, für ein ernsthaftes Auffallen, Kreativität gefragt, um neue SpenderInnen zu erreichen.

Ein Bezug zum Alltag der potentiellen SpenderInnen schafft eine persönliche Bindung und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Ihre Organisation weiterempfohlen wird, indem Ihre SpenderInnen deren Fotos Ihrer Organisation, mit Hilfe von Erwähnungen in der Beschreibung und Hashtags, widmen.

Ein gutes Beispiel ist: #tallyweijl4wishes:

http://blog.tally-weijl.com/tallyweijl4wishes-is-a-huge-success

„Make-A-Wish“

So hat die Make-A-Wish Foundation aufgefordert, jedes Bild mit einem Tally Weijl-Sticker mit einem dem Hashtag #tallyweijl4wishes zu versehen und somit automatisch einen Dollar an die Stiftung zu spenden. 10.000 Bilder wurden auf diese Weise geschossen.

Die Idee, das Hobby eines jeden Instagramers, nämlich Bilder zu machen, mit einem guten Zweck zu verbinden, ist ein gutes Beispiel, wie man die sozialen Medien nutzen kann, um Spenden zu sammeln.

4. Achten Sie auf das Nutzerverhalten:

Hashtags ermöglichen es auch umgekehrt, schneller auf das Profil Ihrer Organisation aufmerksam zu werden.

Der Hashtag #refugeeswelcome wird oft von NutzerInnen verwendet, um Akzeptanz für Geflüchtete auszudrücken. Sucht ein Nutzer also Beiträge, die mit #refugeeswelcome verknüpft sind stoßt er beispielsweise auch auf dieses Foto:

{https://www.instagram.com/p/BS8bohygXGV/?taken-by=seeauge}

„Seeauge“

Die Organisation Seeauge, die sich vor allem um für eine sichere Überfahrt der Flüchtlinge nach Europa kümmert, hat bei diesem Osterbild einige Hashtags benutzt. NutzerInnen, die nun #refugeeswelcome suchen, werden unter anderem diesen Beitrag finden.

Was die Besucherzahl steigen lässt. So gibt es viele Zeitbedingte Schlagwörter, die im richtigen Zeitpunkt Ihre Besucherzahlen erhöhen.Die Anzahl und Auswahl der Hashtags sollte dabei natürlich gut bedacht sein. Zu viele oder kontextuell nicht nachvollziehbare Hashtags wirken unseriös.

5. Starten Sie Spendenkampagnen.

Durch eine zielgerichtete Spendenkampagne kann man ein Gemeinschaftsgefühl bei den SpenderInnen erzeugen, die durch diese Kampagne gemeinsam auf ein Ziel hinarbeiten. Dadurch können sie UnterstützerInnen langfristig binden.

Fordern Sie alle NutzerInnen auf, für ein bestimmtes Thema und ein gemeinsames Zeit, einen bestimmten (Gesamt)Betrag zu spenden.

Die Bilder und die zuvor ausgedachten Hashtags müssen gut gewählt sein.

Natürlich sollte man das nicht zu oft machen sonst verliert eine solche Kampagne seinen Reiz und Einzigartigkeit.

„Follower“

 Wenn einem NutzerInnen Ihre Beiträge auf Instagram gefallen, hat er die Möglichkeit Ihr Profil zu   abonnieren. Er ist damit ein sogenannter “Follower“ und wird benachrichtigt wenn Sie neue Beiträge haben. Ihre Follower sind essentiell für Marketing über Instagram, weil sie ihre Interesse gezeigt haben, Fotos Kommentieren und bei Spendenkampagnen als erste NutzerInnen benachrichtigt werden. Ihre gesamte Followeranzahl ist für alle NutzerInnen sichtbar. Eine höhere Anzahl an Follower macht Ihre Organisation in der Suchleiste auf Instagram leichter auffindbar und ist für einige NeuspenderInnen ein Zeichen dafür, ob Ihre Seite Zuspruch bekommt.

6. Pflegen Sie Ihr Profil.

Laden Sie regelmäßig neue Beiträge auf Ihrem Profil hoch.

  1. Ihre Follower sehen es, wenn neue Bilder hochgeladen werden, dadurch behalten sie ihr Interesse und machen bei Spendenkampagnen mit.
  2. Wenn Ihr Profil keinen neuen Content bekommt, erweckt das den Eindruck, dass Ihre Organisation Rückschläge erleidet
  3. Die Follower/ Unterstützer fühlen sich vernachlässigt und nicht essentiell für Ihre Organisation, wenn Sie keine Arbeit in Instagram investieren

Achten Sie darauf 3-6-mal die Woche neue Beiträge hochzuladen.Vor allem bei Spendenkampagnen müssen die Unterstützer wissen wie der Fortschritt ist.

7. Danke sagen

Nach einer erfolgreichen Kampagne ist für Sie als Organisation ein Zeichen, dass Sie Ihre Idee gut umgesetzt haben. Zeigen Sie Ihren SpenderInnen, dass sich das Spenden gelohnt hat, dass beispielsweise das Spendenziel erreicht wurde und bedanken Sie sich. So behalten Sie Ihre SpenderInnen langfristig.

{https://www.instagram.com/p/BSiCzx5jvsV/?taken-by=wwf}

8. Lassen Sie sich Inspirieren

Schauen Sie bei Profilen von anderen Organisationen vorbei. Achten Sie auf die Anzahl der Beiträge pro Woche, Hashtags, Bildbeschreibung und Links auf die Website)

Achten Sie auf Unterschiede zwischen vergleichbaren Organisationen und die jeweiligen Effekte und lassen Sie sich für Kampagnen inspirieren.

Vergessen Sie nicht auf die Kommentare zu achten – bei Ihrem Profil und natürlich auch bei anderen Organisationen – Dadurch wissen Sie was die Instagram NutzerInnen wollen und was ihnen nicht gefällt. Ehrliches und direktes Feedback von SpenderInnen zu bekommen, ist selten so einfach wie auf Instagram.

Ein Blick in die Zukunft:

Instagram ist vor 2 Jahren das erste Mal in Deutschland verfügbar gewesen. Seitdem ist die NutzerInnenzahl auf 8 Millionen NutzerInnen gestiegen und wird voraussichtlich auch weiter steigen. So gibt es nicht nur neue Möglichkeiten, eine nie zuvor dagewesene Reichweite aufzubauen und Spendenkampagnen mit einem Knopfdruck zu starten, die weltweit SpenderInnen mobilisieren. NGO´s  sind nun auch im direkten Kontakt mit Ihren Unterstützern und sind andersherum zugänglicher und transparenter für die SpenderInnen.

Insbesondere aber ist Instagram eine Investition in die Zukunft. Sie können zuvor kaum erreichte Zielgruppen auf eine neue Art sensibilisieren, und somit einkommensstarke und loyale SpenderInnen für die nächsten Jahrzehnte zu gewinnen.