Fördermitgliedsanzahl steigern: Mit dieser Maßnahme starten Spendenaufrufe noch erfolgreicher

Fundraiser, die eine höhere Zahl an aktiven Mitgliedern haben, erzielen mit ihren Spendenkampagnen auch deutlich mehr Reichweite. Doch wie gelingt es, neue Unterstützer zeitnah zu gewinnen und langfristig zu binden?

Gewöhnliches Spendenmarketing und Werbemaßnahmen auf sozialen Netzwerken reichen nicht immer aus, um das Interesse und Engagement möglichst vieler Menschen an der eigenen sozialen Idee zu gewinnen. Um verlässlich arbeiten und wirtschaften zu können, sind wohltätige Organisationen auf einen Kundenstamm aus überzeugten Fördermitgliedern angewiesen, die den Start von Spendenaufrufen unterstützen und in die digitale Welt hinaustragen.

Anhand einer Erfolgsstory aus dem deutschsprachigen Fundraising erklärt dieser Artikel, welche Faktoren bei der Steigerung der Fördermitgliedsanzahl wichtig sind und warum Online-Spendenkampagnen vor allem durch die Mithilfe vieler Unterstützer zukünftig erfolgreicher verlaufen.

Ein langer Atem kann für solche Maßnahmen zwar hilfreich sein, ist jedoch nicht unbedingt immer vonnöten: Schon innerhalb eines Kalenderjahres lassen sich massive Zuwächse in der Zahl der aktiven Förderer erreichen – das sind Ergebnisse, die sich sehen lassen können.

Von Siegern lernen: So knackte „Viva con Agua“ die 30%-Marke

Copyright: re:publica/Gregor Fischer, lizenzfrei

Seit 2006 setzt sich die wohltätige Organisation „Viva con Agua“ aus Hamburg mit positivem Aktivismus weltweit für sauberes Trinkwasser ein. Die Wasserinitiative aus dem Stadtteil St. Pauli startete meist Spendenaufrufe mit der Unterstützung von Kunst, Musik und Sport und erreichte somit schnell überregionale Bekanntheit.

Trotz kreativer Kampagnen und engagierter Arbeit stagnierten die Fördermitgliedszahlen jedoch nach und nach – bis im Jahr 2017 folgende Maßnahmen umgesetzt wurden und zu einem Anstieg von über 30% führten:

  • Commitment: Fokussierung auf das Thema Zuwachs

  • Wissenstransfer & Zielgruppenanalyse

  • Planung & Durchführung eines Workshops zum Thema „Mitgliedergewinnung“

  • Ausarbeitung eines detaillierten Jahresplans (inkl. Starttermine saisonaler Spendenaufrufe)

  • Kick-Off: Schnelle und verbindliche Umsetzung gewonnener Erkenntnisse

  • Storytelling & Multilevel-Marketing in sozialen Medien

Was Fundraiser daraus lernen können: Essenziell für den Erfolg von „Viva con Agua“ war, dass man sich zu Jahresbeginn erstmal darauf einigte, zunächst einen Schritt zurückzutreten. Das Fundraising-Business kann sehr hektisch sein, im alltäglichen Stress geht leicht der Blick aufs große Ganze verloren. Um Maßnahmen zur Steigerung der Fördermitglieder einzuleiten, sollten Organisationen daher zunächst mental Abstand nehmen und für Planung und Umsetzung der Mitgliedssteigerung Zeit und Ressourcen freischaffen.

Anschließend sollten einige Verantwortliche bestimmt werden, die den Gesamtprozess koordinieren und überwachen. Diese setzen einen Wissenstransfer zwischen verschiedenen Abteilungen in Gange und lassen von einigen ausgewählten Experten eine sorgfältige Zielgruppenanalyse anfertigen.

Mit diesen Informationen setzt man sich dann in einem größeren Team in einem Workshop zusammen und plant konzentriert Maßnahmen, die in der nächsten Zeit für die Gewinnung von Fördermitgliedern durchgeführt werden sollen. So sollte man zum Beispiel überlegen, welche Spendenaufrufe zu welchem Thema in den nächsten Monaten gestartet werden können. Die Ergebnisse des Workshops werden in einem detaillierten Jahresplan festgehalten, mit dessen Hilfe die verbindliche Umsetzung der Ideen schnell und zielgerichtet erfolgen soll.

Nun gilt es noch einen übergreifenden Narrativ für die verschiedenen Aktionen zu entwerfen und dieses Storytelling in den relevanten Kanälen und sozialen Medien auszuspielen. Im Mittelpunkt steht dabei die zentrale Frage:

Was würde mich als Spender langfristig an dieser Thematik interessierten und von dieser Organisation überzeugen?

Zeitlich sollte die Umsetzung dieser übergreifenden Maßnahmen mit dem Start von anderen Spendenaufrufen koordiniert werden, um synergetische Effekte nutzen und zu starke thematische Überschneidungen vermeiden zu können.

Deshalb bedeuten mehr Mitglieder auch mehr Erfolg bei Spendenaufrufen

Ein Anstieg an Fördermitgliedern verschiebt die Baseline, mit der Spendenaufrufe ins Rennen starten. Die Grundlinie für Aufmerksamkeit, Reichweite und Chancen an der eine Spendenaktion beginnt, steigt durch die Anzahl der Menschen, die der Organisation bereits vertrauen und deren Vorhaben passiv und aktiv unterstützen. In ihrem jeweiligen sozialen und digitalen Umfeld erzählen sie von den Spendenaufrufen und tragen die Botschaft somit als virale Multiplikatoren in die Welt hinaus.

 

 

 

 

 

Ein solcher Kreis von wohlwollenden Interessenten ist auch deutlich empfänglicher und eher bereit dazu zusätzliche Unterstützungen zu leisten, als dies bei der Fremdakquise von Spendern der Fall wäre. Besonders wenn Spendenaufrufe zu einem saisonalen Anlass gestartet werden, wird die Community schnell aktiv und stockt ihre bisherigen Beiträge um eine zusätzliche Gabe zu Weihnachten oder Ostern gerne auf. Die entscheidende Währung ist hier das Vertrauen in den Fundraiser.

Außerdem befinden sich in einem größeren Kreis an Unterstützern auch mehr Menschen, die von sich aus aktiv werden und eigene Anlassspenden oder Crowdfundingaktionen für die Organisation ins Leben rufen, zum Beispiel an Geburtstagen oder Hochzeiten. Fundraiser können also davon profitieren, Zeit und Ressourcen in die Steigerung der Fördermitgliedsanzahl und den Ausbau ihrer Community zu investieren – langfristig machen sich diese Bemühungen mit großer Wahrscheinlichkeit bezahlt.

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