Die Macht der Bilder II – Was Fundraiser beachten sollten

  • 13. September 2017

Bilder fangen Blicke ein und bringen die Neuronen zum Feuern. Sie überzeugen die Besucher einer Website innerhalb von Sekundenbruchteilen davon zu bleiben und bestenfalls sogar für eine Fundraising-Kampagne zu spenden. Wie und warum das funktioniert, haben wir in einem unserer vorherigen Artikel bereits beschrieben. Weitere Tipps und Notwendigkeiten, auf welche wohltätige Organisationen achten sollten, wenn sie sich die „Macht der Bilder“ zunutze machen möchten, finden sich hier.

Die Grundregel der Bildauswahl: Neu und echt

Für den erfolgreichen Einsatz von Bildern im Fundraising ist es essentiell, das verwendete Material stets aktuell zu halten und regelmäßig zu erneuern. Das Gehirn des Menschen ist so programmiert, dass es besonders gut Veränderungen erkennen kann und diesen besondere Aufmerksamkeit widmet. Neue Bilder wirken also wesentlich anregender auf potentielle Spender und vermitteln zudem, dass das beworbene Projekt voranschreitet und professionell betreut wird. Vor allem wiederkehrende User und Unentschlossene lassen sich dadurch ansprechen.

Des Weiteren gilt: Authentisches und originelles Bildmaterial ist besser als vorgefertigte Stockfotos aus kostenpflichtigen Datenbanken. Der eigene Look im Auftritt einer Organisation macht sie wiedererkennbar und einzigartig. Zudem ermöglicht die Verwendung eigener Fotos einen echten Einblick in das Wirken und Arbeiten an den Projekten und erhöht die Sympathie und das Vertrauen, welches die Besucher der Kampagnenseite entgegenbringen. Es empfiehlt sich daher Events stets fotografisch zu dokumentieren und den Fortschritt von erfolgreichen Projekten bildlich festzuhalten und zu kommunizieren. Bei aller Authentizität gilt aber auch: Je professioneller die Fotos gemacht werden, desto besser kommen sie bei potentiellen Spendern an. Auch wenn Smartphones mittlerweile längst webtaugliche Bilder schießen, so empfiehlt sich das Engagement eines professionellen Fotografens, sofern es das Budget zulässt. Der Inhalt der Bilder sollte natürlich trotzdem ungekünstelt und authentisch bleiben.

Creative Commons: Geben und NehmenAus einer Vielzahl von Gründen ist es natürlich nicht immer möglich auf eigenes Bildmaterial zurückzugreifen. Hier können Fotos mit „Creative Commons“-Lizenzen eingesetzt werden, die kostenfrei sind und trotzdem authentisch wirken. Der Urheber der Bilder gestattet nämlich die freie Nutzung seines Materials unter Einhaltung gewisser Auflagen, wie zum Beispiel die Nennung seines Namens. Auch wenn manche dieser Bilder nicht zu kommerziellen Nutzung freigegeben sind, handelt es sich hierbei um eine gute Möglichkeit Bilder mit unverbrauchten und vielseitigen Motiven einzubetten.


Nützliche und übersichtliche Plattformen für derartig lizenzierte Bilder sind zum Beispiel:

  • Flickr: Große Fotocommunity mit zahlreichen lizenzfreien Bildern und hervorragender Suchfunktion
  • CC Search: Verzeichnis von Organisationen, die multimediale Inhalte zur Verfügung stellen
  • Wikimedia Commons: Sammlung von knapp 42 Millionen freien Mediendateien

Hier eröffnen sich auch wechselseitige Möglichkeiten: Stellt ein Fundraiser eigenes Bildmaterial zur Verfügung, so ist es möglich, dass sich dieses im Internet verwendet wird und verbreitet.

Brunnen Sudan Fundraising
Zwei Menschen freuen sich über die Fertigstellung eines Brunnens im Sudan. (Quelle: Hans Birger Nilsen, 2017; Sudan – The Well)

Somit kann die Reichweite und die Aufmerksamkeit für eine Kampagne gesteigert werden, zum Beispiel durch die Freigabe einer Bilderserie zum nachhaltigen Brunnenbau in Dürregebieten. Die Verwendung des Materials lenkt die Aufmerksamkeit auf den Urheber, welcher unter dem Bild genannt wird.

Textmauern durchbrechen und gefunden werden

Suchmaschinen und die Besucher von Websites haben eines gemeinsam: Sie mögen Artikel mit dem richtigen Maß an Bildern. Leider sind vor allem Kampagnenseiten häufig zu textlastig und versuchen überwiegend durch Zahlen und Statistiken zu überzeugen. Natürlich sind diese gut und wichtig, um User umfangreich über die Ziele des Projektes zu informieren. Jedoch sollten die harten Fakten zugunsten von ansprechenden Bildern an das untere Ende des Textes rücken, um den Besucher der Seite nicht mit einem „Wall of Text“ abzuschrecken. Ein ausgewogenes Verhältnis von Text und Bild führt den Leser behutsam an das Thema heran und stellt auch für den Algorithmus von Suchmaschinen einen wichtigen Faktor dar. Sind die Fotos zudem thematisch passend gewählt und mit treffenden Bildtiteln versehen, wird dies als positiv angesehen und der Platz im Ranking für entscheidende Suchbegriffe angehoben. Die Kampagne wird somit leichter gefunden, was die Reichweite und meist die Höhe der Spendenerträge deutlich verbessert.

Mobile Formate entdecken

Die überwiegende Mehrheit der Internetnutzer surft mittlerweile mobil, diese Erkenntnis ist nicht besonders neu. Allerdings tun sich viele Fundraiser immer noch schwer geeignetes Bildmaterial für die mobilen Formate einzusetzen. Selbstverständlich sollte eine Kampagnenseite mittlerweile mobil optimiert sein, kurze Ladezeiten bieten und auf jedem Endgerät gut erkennbare, hochauflösende Bilder liefern. Besonders im Bereich Social Media gibt es aber noch viel Nachholbedarf. Da viele Apps mittlerweile auf Story-Funktionen setzen, ist es nötig neues Bildmaterial auch dementsprechend zu gestalten. Konkret heißt das meist: Hochformatige Bilder und Videos machen! Diese können bei Snapchat, Instagram Stories und Co. am besten wiedergegeben werden, da der Bildschirm nicht gedreht werden muss. Die Orientierung an Story-Funktionen bei der Auswahl der Bilder ist besonders wichtig, um die oft kaum erschlossene Zielgruppe der jüngeren Unterstützer zu erreichen.

Menschen abbilden

Zum Abschluss noch einer der wichtigsten Punkte, auf die Fundraiser bei der Auswahl der Bilder achten sollten: Jede Organisation wird erst einzigartig durch die Menschen, welche mit und für sie arbeiten. Deshalb sollten diese auch deutlich sichtbar auf den Bildern zu sehen sein und somit einen Blick hinter die Kulissen der Projekte ermöglichen.

Maltester fundraising
Jedes der Bilder auf der Malteser-Spendenseite zeigt Menschen für und mit denen die Organisation tätig ist
(Quelle: Malteser)
Regionale Fundraiser können mit vertrauten Gesichtern punkten, aber auch international ausgerichtete Organisationen machen sich dadurch nahbarer und verleihen dem eigenen Image eine persönlichere Note. Trotz der Verwendung von Daten, Fakten, grafischen Elementen und perspektivischen Aufnahmen sollte der Mensch als Motiv im Vordergrund stehen und als Hauptelement der Gestaltung dienen.

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